Chalon-sur-Saône, Musée Vivant Denon (Sammlungen)
 
Ein großer Teil der archäologischen Sammlungen des Museums "Musée Denon" stammt aus der Saône. Der Fluss hat das Leben der Anwohner stets beeinflusst und sichert noch heute die Existenz zahlreicher archäologischer Fundstätten.

Die Vorgeschichte ist sehr umfassend vertreten: Zahlreiche Feuersteinwerkzeuge zeugen von einer Besiedlung seit ca. hunderttausend Jahren Besonders interessant sind jedoch die "Lorbeerblätter" aus Feuerstein (ca. ein Dutzend). Diese Gegenstände wurden 1873 in Volgu gefunden und gelten unter Spezialisten als die schönsten derzeit bekannten Exemplare der Feuersteinbearbeitung. Die bei Ausgrabungen unter dem Flussbett der Saône entdeckten Fundstücke aus der Bronze- und Eisenzeit bezeugen durch ihre Vielfalt und ihre Qualität, dass zu dieser Zeit Handwerk, Handel und Kultur im Saône-Tal blühten. Zudem präsentiert das Museum zahlreiche galloromanische Bronzevasen aus der Saône. Doch die Galloromanen haben auch zahlreiche Zeugnisse einer neuen Kulturform hinterlassen, der Steinarchitektur. Die Sammlungen enthalten zahlreiche Grabstelen und Skulpturen, die von der Existenz einer regionalen Kunst zeugen. Ein Sockel enthält die bisher älteste bekannte Inschrift des Namens der Stadt Chalon. Zu den spektakulärsten Exponaten des Museums zählt sicherlich die berühmte Figurengruppe mit einem Barbarengladiator, der von einem Löwen angegriffen wird. Die Kunstsammlungen wurden im 19. Jahrhundert mit dem damaligen enzyklopädischen Ehrgeiz gegründet und decken das künstlerische Schaffen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert ab. Die französische Malerei ist hauptsächlich mit Qualitätswerken aus dem 19. Jahrhundert vertreten, unter denen "Die Kinder vor dem Schloss von Clayes" von Edouard Vuillard (um 1935) besonderes Interesse verdient. Auch Italien, Flandern und Holland (17. bis 18. Jahrhundert) sind vertreten, insbesondere mit wichtigen Werken der neapolitanischen Schule: "Die Rückkehr von Persephone" von Luca Giordanno, aber auch "Religion und Kraft"" von Giacinto Diano oder "Die Lobpreisung von Sainte-Croix" von Corrado Giaquinto. Unter den zahlreichen grafischen Werken stechen besonders die Werke von Dominique-Vivant Denon und die äußerst seltene Studie des Malers Greuze zu seinem Bild "Die Dorfhochzeit" heraus. Anonyme Bilder, Gemälde, Zeichnungen und Stiche regionaler Künstler (Anthonin Richard, Etienne Raffort, Philibert Léon-Couturier, Jules Chevrier), Holzstiche und Möbel aus dem südlichen Burgund veranschaulichen die Geschichte der Stadt und der Region. Die Sammlungen werden nach und nach erweitert, wobei Dokumente zu Dominique-Vivant Denon und seinem Werk im Mittelpunkt stehen.